Neurogene Schmerzen

Neurogene (oder neuropathische) Schmerzen werden verursacht durch eine Verletzung des Nervs oder durch Schmerzquellen im Rückenmark oder im Hirn: Phantomschmerzen (nach einer Amputation), Kompression des Nervs oder eines Teils davon, Polyneuropathie, Plexusabriss, Paraplegieschmerzen, Schmerzen nach einem Hirninfarkt (thalamisches Syndrom), Trigeminusneuralgie, Schmerzen nach einer Herpesinfektion (z.B. Gürtelrose), Schmerzen nach Diskushernienoperation usw.

Die fehlenden Informationen der betroffenen Körperteile an das Hirn verursachen eine Überaktivität im Schmerzgebiet des Thalamus und in den verwandten kortikalen Gebieten. Diese führt zum Auftreten der Schmerzen. Unsere Behandlung ist darauf ausgerichtet, die Anomalie, welche die Schmerzen verursacht und bestehen lässt, im Thalamus zu beheben. Diese Methode beeinträchtigt die normalen Hirnfunktionen nicht. Falls nötig können neurogene Schmerzen bilateral behandelt werden.

Unsere Behandlungen zur effizienten Behandlung dieser Schmerzen basieren auf jahrelanger Arbeit, in unserem Fall bedeutet das mehr als 20 Jahre wissenschaftlicher Arbeit zum Verständnis der Mechanismen der neurogenen Schmerzen und ihrer bestmöglichen Kontrolle dank selektiver Auswahl der Zielgebiete im Gehirn. Die gute Neuigkeit: wir können eine Schmerzentlastung ohne Einschränkung der motorischen, sensorischen und kognitiven Funktionen erzielen. Unsere Behandlungsmethode kann – falls notwendig – bilateral, d.h. auf beiden Seiten des Gehirns angewendet werden. Die Langzeitresultate der Behandlung liegen bei einer durchschnittlichen Schmerzentlastung von 60 – 70%. Es bestehen nur sehr geringe Risiken, hauptsächlich Blutungen im Zielgebiet, welche auf weniger als 1 % geschätzt werden können. Das Risiko von kollateralen Schäden um das Zielgebiet ist massiv reduziert durch die Echtzeitkontrolle der durchgeführten Arbeit, das Fehlen mechanischer Veränderungen sowie die Zielgenauigkeit im Halbmillimeterbereich. Langzeitliche negative Effekte aufgrund der Ultraschallbehandlung können dank der Tatsache, dass es sich um eine Thermokoagulation handelt, ausgeschlossen werden, die langzeitig sehr schonende Methode ist bewiesen durch mehr als 60 Jahre Arbeit in der funktionellen Neurochirurgie mit Anwendung von Radiofrequenz-Thermokoagulation. Da bei der funktionellen Ultraschall-Neurochirurgie die ausgewählten Zielpunkte denen entsprechen, welche während mehr als 20 Jahren mittels Elektrodenpenetration behandelt wurden, können die gleichen Langzeitresultate erwartet werden. Dies ist durch unsere Resultate über ein Jahr bereits bestätigt.

  • Pre-Post_EEG

  • EEG Powerspektrum eines Patienten mit neurogenen Schmerzen. Die grüne Kurve zeigt normale Hirnaktivitäten, die rote Kurve die Hirnaktivitäten des Patienten vor der Operation, die dunkelblaue nach 3 Monaten und die hellblaue ein 1 Jahr nach der Operation. Die grüne und die hellblaue Kurve unterscheiden sich nicht mehr länger massgeblich. Die Normalisierung von tiefen (Delta und Theta) Frequenzen sind zurückzuführen auf die vorgenommene zentrale laterale Thalamotomie, die Normalisierung der hohen (Beta und Gamma) Frequenzen auf die Aktivierung der Selbstheilungskräfte und der psychoemotionellen Reserven.